Oase Huttingen

Das “Wald- und Wiesen-Projekt”

Gelände:
Das Gelände in Huttingen (Gewanne: “Katzensteig” und “Löchle”) besteht aus einem schmalen, langgestreckten Waldstück und zwei Wiesenflächen am Waldrand. Das Waldstück ist wenig geneigt auf terrassiertem Geländeprofil und mit Laubbäumen praktisch vollständig bewachsen. Beide Wiesenstücke sind derzeit verpachtet. Das größere Wiesenstück ist nach Süden geneigt und beinhaltet ein Stück Waldrand. Das kleinere, handtuchförmige Wiesenstück ist nach Norden geneigt, grenzt an eine Obstbaufläche und wird im Verbund mit einer benachbarten Wiese gemäht.

Buchen-Mischwald auf Terrassengelände

Ökologische Situation:
Der Waldbestand weist eine gemischte Altersstruktur bis zu geschätzt 80 Jahren auf. Hauptbaumart ist die Rotbuche; daneben kommen Ahornarten, Eschen und Robinien vor. Das Kronendach ist weitgehend geschlossen und weist lediglich im Bereich einzelner abgestorbener Großbäume Lücken auf. Die zuletzt noch einzeln vorhandenen Fichten sind in den letzten Jahren dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen. Einiges Totholz ist vorhanden, teils noch stehend, teils liegend. Vieles zeugt davon, dass der Wald auch bisher extensiv bewirtschaftet wurde.

Teilweise überschneiden sich die Territorien der Stiftung Natur Zuerst und des ansässigen Rehbocks (Capreolus capreolus).

Die größere, etwa 5.000 qm umfassende Wiese liegt aufgrund des Geländeprofils und der Südneigung recht trocken und wurde bisher ebenfalls extensiv durch Mahd genutzt. Vor Jahren wurde auf dieser Trockenwiese der sehr seltene Grauflüglige Erdbock (Iberodorcadion fuliginator) entdeckt, der später aber dort nicht mehr gesichtet wurde.

Ein Problem sind die großen Teilflächen, auf denen sich inzwischen die Goldrute als invasiver Neophyt durchgesetzt hat.
Ökologisch interessant sind das Stück Waldrand, das auf einer Seite in die Wiese hineinragt, und die Bauminsel im unteren, feuchteren Teil.

Planung:
In den Wald sollen künftig in dem Maße, wie alte Bäume absterben und dadurch Lücken im Kronendach entstehen, wärmetolerante Baumarten eingemischt werden. Noch zeigen sich die Rotbuchen überwiegend vital, jedoch könnten sie im Zuge des weiteren Klimawandels Probleme durch Trockenheit und weiter steigende Temperaturen bekommen (wie dies anderenorts im Rheintal bereits der Fall ist).
Das größere Wiesenstück soll in Absprache mit dem Pächter ökologisch aufgewertet und weiter als Mähwiese genutzt werden. Dabei sollen insbesondere die dominante Goldrute zurückgedrängt werden, durch Einbringung von Gehölzstrukturen Tierhabitate entstehen und durch Anlegen von Blühflächen die biologische Vielfalt der Insekten gefördert werden.
Zusätzliche Hilfen für Insekten werden “Insektenhotels” sein, und für die Vogelwelt sollen im Wald und auf der Wiese Nisthilfen geschaffen werden. Vielleicht werden sich auch Steinkauz und Wiedehopf eines Tages hier wieder einfinden.

Mitmachen:
Im Moment können Sie in der Oase Huttingen vor allem mit dem Bau von Nistkästen helfen: info@natur-zuerst.de

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